Amnesty International Asylgruppe Aachen

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Asylgruppe Aachen

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Bericht von der Tagung „Skills Share Day“ in Brüssel am 14. und 15. Mai 2012. Vertreter aus 25 Ländern trafen sich zum regen Austausch. Aus Deutschland waren da: Carsten Fischer (Auswärtiges Amt), Sarah Hergenröther (München, Save me-Kampagne),Hans Dieter Walker (Rotes Kreuz), Andrea Kothen (Pro Asyl), Corinna Wicher (BAMF), Evelyn Jäger (Justizministerium Schleswig-Holstein), ein irakischer Flüchtling aus München (nicht Resettlement), Norbert Trosien (UNHCR) Ingeborg Heck-Böckler (Amnesty international und Save me- Kampagne Aachen)- Die Reihenfolge der Auflistung ist willkürlich. Frau Jäger lies durchaus offen, wie es in Deutschland mit Resettlement weiter gehen soll….(Wir sind mit der Diskussion noch nicht zu Ende, ob es seitens Deutschlands einen kontinuierlichen Einstieg in ein Resettlement-Programm geben wird.)

Es wurde durch den Vergleich mit anderen Mitgliedsstaaten deutlich, dass es Defizite in Deutschland beim Umgang mit dem Programm gibt. Natürlich ist es auch so, dass, (es mag die Organisatoren der Veranstaltung freuen), der Austausch in Brüssel höchst motivierend war, sich weiter für Resettlement und aktive Save me-Kampagnen einzusetzen.

Die Tagung fand in einem sehr repräsentativen Rahmen (Diamant Conference Center) statt. Beeindrucken war die Freundlichkeit und Wertschätzung bei allen Akteuren.

Mittels eines Travel-Dokuments wurden wir durch den Tag und diverse Workshops gelotst.

Eröffnet wurde die Tagung von einer Frau, die aus Afghanistan „resettlet“ wurde und nun als Gynäkologin in Finnland arbeitet- sie ist „Flüchtling des Jahres“ in Finnland. Vorher hatten Vertreter der Organisatoren ihre Statements abgegeben. Der 1. Tag widmete sich dann den Themen: Flüchtlinge brauchen Resettlement- wer sind sie und wo kommen sie her? Und zeigte wie Resettlement in der Praxis aussehen kann, von der Registrierung bis zum Ankommen. Das zeigte nichts Neues, aber es war noch einmal eine Motivation weiter an dem Thema zu bleiben.

Es gab einen Marktplatz, wo sich verschieden Aktionen darstellten. Auf EU-Ebene gibt es jetzt eine Weiterentwicklung der Save me-Kampagne. Auch mit dem Rettungsring…. Allerdings sieht die Forderung so aus: Bis 2020 soll die EU 20.00 Flüchtlingen helfen, in Europa einen Neuanfang zu finden. Diese Zahl scheint diskussionswürdig. Deutlich wurden mehrere Sachen: Es gibt etliche Länder in der EU, die nicht unseren engen deutschen Familienbegriff haben, sondern mit der Definition des UNHCR arbeiten. Diese entspricht den Menschen und Ländern, aus denen Flüchtlinge zu uns kommen, ja auch viel eher. Wenn Familienzusammenführungen stattfinden, werden die Kosten in manchen Ländern seitens der Staaten übernommen. Familienzusammenführung lässt sich noch zu oft folgendermaßen zusammenfassen: Mit der einen Hand helfen wir, mit der anderen schaffen wir Probleme.

Zu den Flüchtlingen aus dem Irak: Die Integration klappt im Allgemeinen gut bei Kindern, ist schon schwieriger bei Männern und sehr schwer bei Frauen. Es dauert sehr lange, bis sich die Menschen in Sicherheit fühlen und allgemein wird von Flüchtlingen zu viel erwartet.

Zum Abschluss wurden Kurzfilme gezeigt, unter anderem der von Amnesty UK (Charlotte Phillips) produzierte: Life on hold, der auch viel Beifall bekam.

Zum Abschluss der Tagung plädierte Cecilia Malmström (als Kommissarin für Inneres Mitglied der Europäischen Kommission) für die Einrichtung und Ausweitung von weiteren Resettlement-Programmen.

(Länder in denen es schon Resettlement.-Programme gibt: Finnland, Niederlande, Schweden, vereinigtes Königsreich. Neue oder neu entstehende Resettlement-Länder: Belgien, Deutschland, Frankreich, Österreich, Polen, Rumänien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn.)